Geschichte Norwegens

8000 v. Chr.: Ende der letzten Eiszeit, die Menschen folgen Rentieren und anderem Jagdwild Richtung Norden

7000- 4000 v. Chr.: Besiedlung der Finnmark ablesbar aus Spuren der Komsakultur, in Südnorwegen wird zur Agrarkultur übergegangen

1500- 500 v. Chr.: Während der Bronzezeit im Süden bäuerliche Kultur, im Norden weiter Jagdkultur

wikingerschiffmuseum oslo
Im Wikingerschiffmuseum in Oslo (c)

872: Schlacht bei Hafrsfjord, Harald “Schönhaar” vereinigt mehrere Kleinkönigreiche und schafft ein Norwegisches Reich

9. und 10. Jahrhundert: Entdeckungs- und Eroberungsfahrten der Normannen (Wikinger), Entdeckung von Island, Grönland und Nordamerika.

um 1000: Christianisierung unter Olaf I. Tryggvason

um 1250: Die Hanse errichtet Niederlassung in Norwegen und beutet das Land aus

13. Jahrhundert: Größte Ausdehnung des Reiches unter Hakon IV. Grönland, Island, Teile von Schweden (Infos zu Norwegens Nachbarn unter www.schweden-urlaubsinfo.de) und zahlreiche Inseln gehören zu Norwegen

1319 bekommt König Magnus Eriksson als Neffe des schwedischen Königs auch die schwedische Krone. Sein Thronfolger heiratet die Tochter des dänischen Königs, Margarete. Daraus entsteht die Kalmarer Union, die Norwegen, Schweden und Dänemark zusammenführt.

1349-1350: 60% der Bevölkerung Norwegens stirbt an der Pest.

Aus der Kalmarer Union löst sich Schweden 1523. Später im Jahre 1536 wird Norwegen zu einem Teil Dänemarks erklärt. Dänemark kämpft auf Seiten Napoleons. Nach dessen Niederlage gerät Norwegen 1814 an Schweden.
Norwegen erhält von Schweden Autonomie und eine eigene Verfassung “Grunnlov” (17. Mai 1814).
Die verfassungsgebende Versammlung tagt in Eidsvoll.

1905: Unabhängigkeitserklärung nach Volksabstimmung, König von Norwegen wird der dänische Prinz Karl, als Hakon VII.

1. Weltkrieg: Norwegen bleibt neutral.

2. Weltkrieg: Norwegen wird 1940 von deutschen Truppen besetzt. Königshaus und Regierung flüchten nach London ins Exil.

Oktober 1945: Freie Wahlen. Unter Einar Gerhardsen absolute Mehrheit der Arbeiterpartei.
Soziale Reformen nach schwedischem Vorbild (Wohlfahrtstaat)

1945: Gründungsmitglied der UNO

1949: Gründungsmitglied der NATO (Ende der Neutralität)

1960: Eintritt in die European Free Trade Organisation (EFTA), am 4.1.1960 Stockholmer Abkommen als Reaktion auf den EWG- Vertrag, 7 Gründungmitglieder: Dänemark, GB, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden und Schweiz, später eingetreten 1970 Island, 1985 Finnland und 1991 Liechtenstein, mittlerweile nur noch verblieben: Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz, Sitz in Genf (Schweiz)

Mitte der 1960er Jahre: Ölfunde in der Nordsee

1972: Volksabstimmungen mit knapper Mehrheit (53%) gegen die EG- Mitgliedschaft

1986: Wirtschaftskrise wegen fallender Ölpreise, Sparpolitik

1990: Minderheitskabinett unter der Sozialdemokratin Gro Harlem Brundtland

1991: Tod von König Olav, Harald V wird neuer norwegischer König

1994: Olympische Winterspiele in Lillehammer, die als die Besten aller Zeiten in die Geschichte eingehen.

Erneut eine Volksabstimmung mit knapper Mehrheit (51%) gegen die EG- Mitgliedschaft

2001: Parlamentswahlen ergeben Niederlage für Arbeiterpartei. Regierungschef ist Kjell Magne Bondevik, der eine Mitte-Rechts-Koalition führt

2005: Parlamentwahlen ergeben Niederlage für die Mittel-Rechts-Koalition. Neuer Ministerprädsident wird Jens Stoltenberg von der Arbeiterpartei, der eine rot-grüne Koalition führt

2009: Parlamentswahlen bestätigen Jens Stoltenberg. Er führt eine Regierung mit rot-grüner Struktur an. Vertreten sind seine Arbeiderpartiet, dazu die Senterpartiet und die Sosialistisk Venstreparti.

2011: Am 22. Juli kommen bei einem Amoklauf in Oslo (Bombenanschlag) und in einem Feriencamp der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei auf der Insel Utøya 77 Menschen, meist Jugendliche ums Leben. Das Unglück löst in dem sonst so beschaulichen Norwegen und auch weltweit Bestürzung aus.

2012: Am 26. April nehmen ca. 40.000 Menschen an einer Gedenkveranstaltung in Oslo teil, darunter auch Gäste und Politiker aus den benachbarten skandinavischen Ländern.

Seit 2013 ist Erna Solberg Ministerpräsidentin von Norwegen, sie startete mit einer Minderheitsregierung (mit Christdemokraten und Venstre) und führt seit 2019 eine bürgerliche Mehrheitsregierung (erstmals in Norwegen seit 1985). Sie führt außerdem die Høyre-Partei an, eine konservative Partei mit Mitte-Rechts-Ausrichtung.

 

Geschichte Schwedens

Schweden blickt als eine der ältesten Nationen Europas auf eine alte Geschichte zurück. Diese Geschichte hier komplett darstellen ist nicht unser Anspruch. Wir möchten hier nur einige wenige Daten der schwedischen Geschichte aufführen:

fotos schweden mit flagge

Bereits in der Antike wurde Skandinavien und Schweden in unterschiedlichen Quellen erwähnt.

Ab 800 n. Chr. lebten in Skandinavien die Wikinger. Während sich die Dänen und Norweger mehr nach Großbritannien, Mitteleuropa, Island und Grönland ausrichteten, zogen die schwedische wikinger (Waräger) richtung Osten nach Rußland.

Der Heilige Ansgar, Missionsbischof von Hamburg-Bremen unternahm Missionsreisen nach Birka, einem wichtigen Handelsplatz.

1008 lies sich der König von Schweden, Olof Skötkonung taufen. Die Christianisierung der heidnischen Bewohner schritt in der Folgezeit voran.

Ab 1397 war Schweden mit Norwegen und Dänemark unter der dänischen Königin Maragrete I. in der Kalmarer Union vereinigt.

Der Widerstand gegen die dänische Oberhoheit wuchs (u.a. Stockholmer Blutbad 1520), es kommt zum Schwedischen Befreiungskrieg (1521-1523).  Schweden erhält 1523 mit Gustav I. Wasa einen eigenen König und 1524 im Vertrag von Malmö seine Unabhängigkeit.

1544 erklärt sich Schweden zum evangelischen Reich. Bis 1999 war die evangelisch-lutherische Kirche Staatskirche. In der Folgezeit versucht Schweden eine europäische Großmacht zu werden und führt auch Kriege gegen andere europäische Mächte. Estland kommt unter schwedische Kontrolle, ein Kriege gegen Dänemark wird allerdings verloren und führt zu Gebietsabtretungen (Finnmark) an Norwegen, das nach wie vor mit Dänemark vereint ist.

König Gustav II. Adolf beteiligt sich am Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und fällt (1632), im Westfälischen Frieden erhält Schweden allerdings Gebiete (Vorpommern, Wismar, Bremen) innerhalb des deutschen Kaiserreichs zugesprochen. 1628 sinkt das königliche Kriegsschiff Wasa auf seiner ersten Fahrt im Hafen von Stockholm.

1658 werden nach dem Dänisch-Schwedischen Krieg die dänischen Gebiete Schonen, Halland, Bohüslän und Blekinge Teile Schwedens.

1700-1721 kämpft Schweden im Großen Nordischen Krieg gegen Rußland, Dänemark und Sachsen-Polen. Schweden verliert trotz anfänglicher Siege, die Großmachtstellung geht ebenfalls damit verloren. Das Land versuchte weltweit Kolonien aufzubauen (u.a. Neuschweden im Bereich Delaware, New Jersey und Pennsylvania, die Karibikinsel St. Barthelemy und die Schwedische Goldküste in Afrika). Diese ginge aber wieder verloren.

Auf dem Wiener Kongress 1814-1815 tritt Schweden seine Provinz Finnland an Rußland ab, erhält dafür aber Norwegen. Rügen und Schwedisch-Pommern geht an Dänemark. Seitdem hat Schweden eine Neutralitätspolitik betrieben und keine Kriege mehr geführt.

1895 stiftet Alfred Nobel den Nobelpreis, der seit 1901 jährlich in verschiedenen Bereichen verliehen wird. Ab 1917 wird der schwedische Sozial- und Wohlfahrtsstaat aufgebaut. 1969 wird der Sozialdemokrat Olof Plame Ministerpräsident (1986 fällt er einem attentat zum Opfer). 1973 wird Carl XVI. Gustaf König und heiratet 1976 die deutsche Silvia Sommerlath.

1995 tritt Schweden nach einer positiven Volskabstammung der europäischen Union (EU) bei, die Öresundbrücke bindet das Land ab 2000 auch verkehrstechnisch näher an Europa. Innerhalb der EU ist Schweden eines der wirtschaftlich erfolgreichsten Länder, führt jedoch nach einer Volksabstimmung (2003) den Euro zunächst nicht ein.

 

Englands Geschichte

Die Geschichte von England geht weit zurück in die Vergangenheit und auf einer Seite kaum umfassend darzustellen. Überall im Land trifft man auf die unterschiedlichsten Zeugnisse der keltischen, römischen, englischen und britischen Vergangenheit.

Britannien wurde in geologischen und erdgeschichtlichen Maßstäben erst vor kurzem eine Insel (um ca. 7000 v. Chr.). Es folgte die Epoche der Jungsteinzeit und Megalithkulturen, die auch die international bekannten Steinkreise und Henges errichteten (Stonehenge).

logo mit union jack

Im Jahre 43 v. Chr. wurde Britannien dann Teil des Römischen Reiches, das damals bereits weite Teile des Kontinents umfasste. Aber die Herrschaft der Römer war im Vergleich zu anderen Regionen relativ kurz und bereits im 4. Jahrhundert wurde es chaotischer, denn die Pikten griffen immer öfter von Norden her an.

Man rief daher Sachsen als Söldner ins Land, aber auch andere germanische Stämme kamen nach England u.a. die Jüten und die Angeln. Aus dieser Zeit stammt der Begriff für die englischsprachige Welt Angelsachsen.

Oft musste sich England gegen Feinde von Außen zur Wehr setzten, so kam es ab dem Überfall im Jahr 793 auf das Kloster Lindisfarne zu Kriegen gegen die Wikinger. Die Dänen wanderten ein und setzten sich vierlerorts fest. Sie zwangen die benachbarten Angelsachsen zu Tributzahlungen.

Erst ab Alfred dem Großen konnte England wieder geeint werden und 886 wurde London erobert. Auch die Dänen wurden mehr und mehr zu Bauern und friedlicher.

1066 eroberten die Normannen unter Wilhelm, dem Eroberer England. Schritt für Schritt dehnte sich England aus. Zuerst wurde Wales einverleibt (1536), dann Schottland (1707) und schließlich Irland (1800).

Nachdem Großbritannien geeint war, wurde das Kolonialreich aufgebaut und schließlich nahezu weltumspannend. Irland forderte aber seine Unabhängikeit von der britischen Krone und wurde schließlich nach blutigen Kämpfen 1922 selbständig (bis auf Nordirland, welches beim UK verblieb).

Nach zwei Weltkriegen war ein neues Zeitalter angebrochen und die Kolonien wurden Schritt für Schritt größtenteils in die Unabhängigkeit entlassen.

Großbritannien trat 1973 der Europäischen Gemeinschaft (EG) bei. Mit vielen ehemaligen Kolonien pflegt man bis heute gute und intensive Beziehungen im Commonwealth of Nations und einige erkennen die Queen auch noch als ihr Staatsoberhaupt an.

1982 kam es zum Krieg mit Argentinien über die Falklandinseln, den Großbritannien gewann. 1997 wurde die ehemalige Kronkolonie Hongkong an die VR China zurückgegeben. Außenpolitisch ist das Land eng mit den USA aber auch den anderen EU-Staaten verbunden, nicht nur über die EU und die NATO. Trotzdem geht Großbritannien oft eigene Wege, wie z.B. die Beibehaltung des Pfund als Währung zeigt.

 

Geschichte Islands

Islands Geschichte ist zweifelsohne spannend und eng verknüpft mit der Geschichte der Wikinger und anderen skandinavischen Staaten Dänemark, Norwegen und Schweden. Ebenso gibt es Verbindungen zwischen den engsten Nachbarn, nämlich Grönland und den Färöern.

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Im Nationalpark Thingvellir (c)

 

Erste Besiedlung

Um das Jahr 870 entdeckte ein schwedischer Wikinger nach Norden und überwinterte in Húsavik (Nordisland). Er benannte die Insel nach sich selbst, nämlich Garðarsholmur (Gardans Insel).

Später folgten andere Siedler aus Skandinavien aber auch den Britischen Inseln. Da in Skandinavien das Land und die Nahrungsmittel knapper wurden, drängte er die Nordeuropäer zu neuen Ufern. Die Zahl der Isländer wuchs stetig und es entwickelte sich ein Oligarchsystem mit Goði (deutsch: Goden, eine Art Häuptling).

Die Goden des Landes trafen sich im einmal jährlich abgehaltenen Althing in Thingvellir. Diese Versammlung legte Gesetzte fest und sprach auch Urteile in Einzelfällen. Der erste Althing fand im Jahre 930 statt und ist damit das älteste Parlament der Welt. Das isländische Parlament trägt bis heute diesen Namen, wenn es auch mittlerweile in einem Gebäude in Reykjavik tagt.

Während in Europa noch lange Kaiser und Könige herrschten, waren die Isländer schon relativ fortschrittlich in Sachen Demokratie. Allerdings waren damals nur freie Männer zugelassen, was heutigen Grundsätzen natürlich bei Weitem nicht gerecht wird.

 

Isländische Wikinger als Entdecker

Bald wurde es auch auf Island zu eng, da die Insel dort nicht ganz so fruchtbar war, wie anfang vermutet. Gunnbjörn Ulf-Krakuson entdeckte Grönland und nannte es Gunnbjarnarsker. Bis heute trägt der höchste Berg Grönlands (3.753 m) ihm zu Ehren den Namen Gunnbjørn Fjeld. Erik der Rote Thorvaldsson musste nach einem Mord für 3 Jahre Island verlassen und segelte ohne Frau und Kinder nach Gunnbjørn Fjeld.

Er erkundete die Küsten der Insel und gab der Insel wohl auch den Namen Grönland (deutsch: Grünland). Nach seiner Verbannung segelte er wieder nach Island und warb neue Siedler an. Mit 25 Schiffen machte sich Erik der Rote wieder nach Grönland auf, aber nur 14 Schiffe erreichten ihr Ziel.

Die vorgefundene Natur auf Grönland mag viele Isländer enttäuscht haben, aber die Siedlungen wuchsen. Um das Jahr 1000 erreichte der Isländer Leifur Eiriksson Neufundland und legte in Amerika an. Bereits vor ihm hatte Bjarnis Hjulfsson mit seinem Boot die Küste gesehen.

 

Fremdherrschaft über Island

In Island selbst wurde das Christentum angenommen, 1262 geriet Island dann unter die Herrschaft Norwegens. Norwegen wurde allerdings dann 1380 von den Dänen eingenommen. Im Jahre 1397 entstand die Kalmarer Union zwischen Dänemark, Norwegen und Schweden.

Der dänische König Christian III. ordnete 1552 die Reformation Islands an und die Insel wurde wie auch die anderen skandinavischen Staaten religiös durch die evangelisch-lutherische Kirche geprägt. Dänische Handelsmonopole blockierten lange eine Entwicklung Islands. 1783 brach die Laki-Spalte aus und weite Teile Islands wurden durch die Asche und den Schwefel verseucht.

Die Landwirtschaft litt und viele Tiere verendeten. Es folgte eine Hungersnot, die ca. 10.000 Isländer das Leben kostete (damals ca. 1/5 der Inselbevölkerung). Es wurde damals sogar darüber nachgedacht Island komplett zu evakuieren und die Isländer in Dänemark anzusiedeln.

Nach dem Ende der Kalmarer Union und einem Krieg zwischen Dänemark auf der einen und Schweden und Briten auf der anderen Seite ging Norwegen für Dänemark im Frieden von Kiel 1814 verloren. Island und Grönland sowie die Färöer blieben jedoch bei Dänemark.

 

Autonomie und Unabhängikeit

Zur Tausendjahrfeier (1874) der Landnahme durch die ersten Wikingersiedler erhielt Island nach langen Verhandlungen und vielen Rückschlägen endlich Finanzautonomie und eine Verfassung. Zu weiteren Zugeständnissen war man von dänischer Seite zunächst nicht bereit. Erst 1904 erhielt Island weitgehende Autonomie und wurde im Dezember 1918 souverän.

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Isländische Nationalflagge in Thingvellir (c)

Die Universität von Reykjavik wurde 1911 gegründet und das Frauenwahlrecht kam bereits 1915.

Mit dem dänischen Königshaus war es in Personalunion bis 1944 verbunden. Während des Zweiten Weltkrieg wurde Island von den Briten und US-Amerikanern besetzt. Island nutzte die Gunst der Stunde und erklärte am 17. Juni 1944 die Unabhängigkeit von Dänemark.

Nach dem Krieg wurde Island Mitglied in den Vereinten Nationen (1946) und der NATO (1949). Von 1951 bis 2006 unterhielten die USA einen Stützpunkt auf Island bei Keflavik. Die Präsenz der USA wurde von einigen Isländern nicht gerne gesehen, allerdings waren die Truppen auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und übernahmen Islands Verteidung.

Die Luftraumüberwachung übernehmen nach dem Abzug Norwegen und Dänemark. Island neben Polizeieinheiten ferner eine eigene Küstenwache, die in den Kabeljaukriegen (1958-1975) zwischen Island und Großbritannien von sich reden machte. Damals wollte u.a. Großbritannien die Ausweitung der isländischen Hoheitsgewässer auf 12, 50 und später 200 Seemeilen nicht anerkennen.

Die isländische Küstenwache zerschnitt vielfach die Netze ausländischer Fischerboote. Noch m Januar 1976 rammte ein Patrouilenboot der Isländer eine britische Fregatte, so dass die diplomatischen Beziehungen kurze Zeit unterbrochen waren. Island konnte sich aber weitgehend durchsetzen, aber bis heute spielt der Fischfang für Island eine wichtige wirtschaftliche Rolle.

Island hat zwar (u.a. nach den Erfahrungen der Finanzkrise von 2008) einen Antrag auf Aufnahme in die EU gestellt, aber nicht nur die isländischen Fischereirechte wurden dabei problematisch. Der EU-Beitritt wird daher zurzeit nicht mehr weiterverfolgt.

 

Geschichte der Niederlande

Die Geschichte der Niederlande geht weit in die Vergangenheit zurück und ist die Geschichte einer kleinen Nation, die sich schon früh als tolerante und liberale Gesellschaft verstand. Als erfolgreiche Seefahrer- und Handelsmacht waren sie außerdem lange eine der führenden Entdeckernationen der Erde.

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Karte der Niederlande

Wir versuchen hier einen kurzen Überblick über die Geschichte des Landes zu geben, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Zunächst waren die Niederlande ein Teil des Frankenreiches, später des ostfränkischen Reiches und des Heiligen Römischen Reiches. Unter Karl V. (1500 – 1558), der auch König Spaniens war, bestanden die Niederlande aus 17 Provinzen und umfassten u.a. auch Teile Belgiens.

 

Weg in die Unabhängigkeit

Am 15./16. Juli 1572 beschlossen Repräsentaten einiger Städte Hollands in Dordrecht die Unabhängigkeit von Spanien. Wilhelm I. von Oranien-Nassau wurde der Anführer dieser Unabhängigkeitsbewegung. Verschiedene niederländische Provinzen schlossen sich am 23. Januar 1579 zur Utrechter Union zusammen, der Süden des Landes (u.a. Teile der Wallonie in Belgien) bekannte sich dagegen in der Union von Arras ausdrücklich zum katholischen Spanien.

Am 26. Juli 1581 erklärten sich die Niederlande für unabhängig und im Achtzigjährigen Krieg (1568 – 1648) erkämpfte sich die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande endgültig die Unabhängigkeit von den Spaniern. Mit dem Westfälischen Frieden wurde die Unabhängikeit am 15. Mai 1648 formell anerkannt.

 

Die Niederlande als Entdecker- und Kolonialmacht

Das Land blühte auf und gründete Handelsposten und Kolonien in der Karibik (Antillen), Amerika (Nieuw-Amsterdam, später New York, Surinam) und Asien (Indonesien).

1795 wuchs der Einfluß Frankreichs und es kam zur Gründung der Batavischen Republik. 1806 wandelte Napoleon I. diese in das Königreich Holland um und setzte seinen Bruder Louis-Napoleon als König ein. Bereits 1810 wurde das Land dann endgültig Frankreich einverleibt. 1813 wurde das Land aber wieder unter Wilhelm I. als Fürstentum eingerichtet und mit dem Wiener Kongress 1815 nach der Niederlage Frankreichs ein eigenes Königreich.

Es gab damit für das Land auch Gebietsgewinne, da die südlichen Niederlande (Belgien) angeschlossen wurden. 1830 wurde Belgien nach der belgischen Revolution allerdings unabhängig.

 

Holland in der Moderne und der Gegenwart

Im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) blieben die Niederlande neutral und waren trotz Truppenmobilisierung und Flüchtlingsaufnahme am Krieg unbeteiligt. Der ehemalige deutsche Kaiser Wilhelm I. nutze die Niederlande als Exil. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Niederlande von deutschen Truppen besetzt. Die niederländische Königin Wilhelmina flüchtete nach London und bildete dort eine Exilregierung.

Königin Wilhelmina wurde dort zur Symbolfigur des Widerstands der Niederlande. In Niederländischen-Indien mussten sich die Holländer 1942 den Japanern geschlagen geben. Nach der Befreiung durch die Aliierten wurden die Niederlande Gründungsmitglied der Vereinten Nationen (1945).

Nach militärischen Auseinandersetzungen wurde Indonesien 1949 unabhängig, 1975 dann auch Surinam. Regional wurde die Zusammenarbeit mit Belgien und Luxemburg als BENELUX vertieft. Zusätzlich beteiligten sich die Niederlande an der europäischen Integration, zunächst 1952 in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, später dann der EG. Ebenfalls war Holland Mitbegründer der NATO 1949.

1953 kam es zu einer großen Sturmflut, die 1853 Todesopfer verursachte. In dessen Folge gab es weitreichende Küstenschutzmaßnahmen (u.a. die Deltawerke in Zeeland). Mit der Zeit verzeichneten die Kirchen einen Migliederschwund und der Einfluß des lange Zeit prägenden Calvinismus lies nach.

Auch das Verhältnis zu Deutschland hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg weitestgehend normalisiert. Die Niederländer stellen heute eine der größten Besucher- und Urlaubergruppen beim Deutschland-Tourismus und besuchen insbesondere auch gerne die deutsche Hauptstadt Berlin. Deutschland steht traditionell als großer Nachbar stark im Fokus des Landes und die deutsche Sprache ist als Fremdsprache weit verbreitet.

Die Gesellschaft der Niederlande fiel in der Nachkriegszeit durch einige Besonderheiten auf, wie etwa besonders liberale Regeln zu Drogenkonsum oder die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehe. Auch beim Umweltschutz und internationaler Friedenserhaltung ist das Land aktiv.

Dies hat dem Land international viel Anerkennung eingebracht. Nach dem Mord an dem Filmregisseur Theo van Gogh (2004) kam es zu Anschlägen auf islamische und christliche Einrichtungen. Bis heute ist der Umgang mit Einwanderern und fundamentalistisch-religiösen Kräften ein umstrittenes innenpolitisches Thema.

Wirtschaftlich ist es bis heute eines der erfolgreichsten Länder der Europäischen Union, die Außenpolitik wird eng mit den westlichen Partnern abgestimmt.

 

Geschichte von Kanada

Kanada hat eine lange Geschichte, denn bereits vor ca. 12.000 Jahren wurde das Land bereits von Indianern besiedelt. Im Laufe der Jahrtausende entwickelten sich die First Nations unterschiedlich, einige lebten von Bisons, entwickelten Handel und neue Waffentechnologien. Verschiedene Gruppen wurden nach und nach sesshaft und gründeten dauerhafte Siedlungen.

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Flagge von Kanada

Man entwickelte Tongefäße später auch Keramik aber auch Pfeil und Bogen zur Jagd und zum Kampf. Um das Jahr 1000 erreichten Wikinger (Normannen) Nordamerika, konnten sich hier aber nicht dauerhaft halten.

1497 entdeckte der Italiener Giovanni Caboto Nordamerika. Samuel de Champlain gründete die ersten Siedlungen, unter anderem auch Quebec 1608. Es kamen zahlreiche Franzosen ins Land und teilen sich auf in Canadiens und Akadier, wobei letztere in den Atlantikprovinzen siedelten.

 

Britisch-Französische Gegensätze

Die Briten siedelten auf Neufundland und in Neuengland (USA). Zwischen 1689 und 1763 kam es zu mehreren Kriegen zwischen Franzosen und Briten, wobei es den Briten letztlich gelang die Franzosen nach dem Siebenjährigen Krieg und dem folgenden Pariser Frieden aus Nordamerika zu vertreiben (bis auf die kleine Inselgruppe St. Pierre und Miquelon, die noch heute zu Frankreich gehört).

1763 wurde Neufrankreich zu Quebec. Durch den Quebec Act von 1774 erhielten die französischen Siedler aber weitgehende Rechte auch bezüglich der Verwendung der Französischen Sprache.

Nachdem später die Dreizehn Kolonien den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) gegen die Briten für sich entscheiden konnten, flohen zahlreiche Britische Loyalisten nach Kanada.

1784 wurde New Brunswick von Nova Scotia getrennt. 1791 wurde Quebec in einen französischsprachigen (Niederkanada) und einen englischsprachigen Teil (Oberkanada) mit jeweils eigenen Parlamenten getrennt.

1798 wurde die Kolonie St. John´s Island in Prince Edward Island umbenannt.

1812 – 1814 kam es zum Britisch-Amerikanischen Krieg. In Kanada kämpften englische wie französische Einheiten gemeinsam gegen die USA, das nach den schweren Gegensätzen der Vergangenheit ein gemeinsames Zusammengehörigkeitsgefühl stärkte. Die Rebellion von 1837 wurde niedergeschlagen, führte jedoch in der Folge wieder zu einer Vereinigung von Ober- und Niederkanada. Amtssprache wurde darauf nur Englisch.

Die weiteren Teile des Landes wurden nun durch die Hudson´s Bay Company (HBC) und die North West Company (später liquidiert) erschlossen. Im Oregon-Kompromiss einigten sich Kanada und die USA auf den 49. Breitengrad als gemeinsame Grenze. Die separaten Kolonien Vancouver Island und British Columbia wurden gegründet.

Durch den Sezessionskrieg in den USA wollte man eine starken kanadischen Bundesstaat errichten und 1867 wurde daher das Dominion von Kanada gegründet, dass eine weitergehende Form der Unabhängigkeit an diese britischen Gebiete gewährt.

 

Das Dominion Kanada erweiterte sich

Das Dominion bestand anfangs nur aus Ontario, Quebec, New Brunswick und Nova Scotia. Kanada kaufte der HBC die Nordwest-Territorien ab. 1870 wurde Manitoba eine eigene Provinz, 1871 British Columbia (mit Vancouver Island), 1872 wurde der Grenzkonflikt mit den USA um die San Juan Islands beigelegt und 1873 trat Prince Edward Island dem Verbund bei.

In diesem Jahr wurde auch die North West Mounted Police gegründet, sie ist der Vorläufer der Canadian Mounted Police.

Diese sollte insbesondere in den „wilden“ Nordwest-Territorien für Recht und Ordnung sorgen und auch die Rechte der Indigenen besser schützen.

Bei der Red-River-Rebellion forderten die französischsprachigen Metis, die sich in ihren Rechten durch immer mehr vordringende Neusiedler bedroht sahen, eine eigene Provinz. Sie hatten insofern Erfolg, als das Verhandlungen in den Manitoba-Act (1870) resultierten.

Durch den Manitoba-Act wurde Manitoba als neue Provinz geschaffen, mit weitreichenden Rechten der einzelnen Volksgruppen.

Nach der Nordwest-Rebellion (1885) der Métis und einiger Indigenen, die niedergeschlagen wurde, verschlechterte sich das Verhältnis zwischen den Volksgruppen jedoch wieder. Eine wichtige Rolle bei der Erschließung der Prärieprovinzen als Kornkammer des Landes kam wie auch in den USA der Eisenbahn zu.

 

Erschließung durch den Canadian Pacific Railway

1886 wurde der Canadian Pacific Railway als transkontinentale Verbindung vollendet und zum wichtigsten Unternehmen des Landes.

Nach dem Klondike-Goldrausch und einer starken Bevölkerungszunahme im Nordwesten, wurde das Yukon Territorium 1898 gegründet. 1905 wurden die Präriegebiete Alberta und Saskatchewan eigene Provinzen. Über die „Elf Verträge“ wurden den First Nations eigene Reservate zugesprochen.

1914 kämpfte das Dominion von Kanada im Ersten Weltkrieg auf britischer Seite und trat 1919 als eigenständiges Mitglied dem Völkerbund bei.

Das Statut von Westminister von 1931 gab Kanada weitere Selbständigkeit. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Kanada wiederum auf britischer Seite. 1945 war es Gründungsmitglied der Vereinten Nationen (UNO) und ist seitdem bei zahlreichen Einsätzen mit UN-Friedenstruppen international im Einsatz.

Das bis dahin eigenständige Dominion Neufundland wurde 1949 nach einer Volksabstimmung eine Provinz Kanadas.

1965 wurde die rote kanadische Flagge mit dem britischen Union Jack am Mast durch die rot weiße Ahornblattflagge ersetzt.

Durch das Amtssprachengesetz 1969 wurden Englisch und Französisch zu offiziellen Sprachen des kanadischen Bundes, allerdings ist Französisch nur in Quebec (alleinige) und New Brunswick (neben Englisch) offizielle Amtssprache.

1976 fanden in Montreal die Olympischen Sommerspiele statt.

 

Formelle Unabhängigkeit, Sezessionsbestrebungen und Nunavut

Unter Pierre Trudeau wurde 1982 durch mehrere Gesetze auch die formelle Unabhängigkeit erreicht, wobei die britische Queen Staatsoberhaupt des Landes bleibt.

Die Olympischen Winterspiele fanden 1988 in Calgary (Alberta) statt.

Beim Umweltschutz setzte sich Kanada für das Montreal-Protokoll zum Schutze der Ozonschicht ein, welches 1989 in Kraft trat.

Seit 1994 ist es mit den USA und Mexiko in der NAFTA, dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen verbunden.

Die letzten Jahrzehnte sind unter anderem von den separatistischen Strebungen der Provinz Quebec gekennzeichnet, die 1995 zu einem Referendum über die Unabhängigkeit von Kanada gipfeln. Dieses scheitert jedoch knapp.

1999 wird den Inuit das riesige Nunavut als eigenes Territorium zugestanden. Es ist damit nun die flächenmäßig größte territoriale Einheit Kanadas.

Dieses Zugeständnis verbessert die Position der Ureinwohner in dieser Region, wobei die wirtschaftlichen und kulturellen Probleme immer noch eine Herausforderung für die kanadische Regierung stellen.

Kanada ist weiterhin eines der wichtigsten Einwanderungsländer der Erde. Außenpolitisch ist Kanada in zahlreichen internationalen Gremien und Organisationen vertreten, unter anderem den G 7, der OSZE, OECD, OAS, APEC und der Welthandelsorganisation.

2010 fanden die Olympischen Winterspiele erneut in Kanada statt, diesmal in Vancouver (B.C.).

 

Geschichte von Mexiko

Die Geschichte von Mexikos Vergangenheit bis in die Gegenwart ist sehr ereignisreich. wir versuchen uns hier auf die wichtigsten Fakten zu beschränken. Wer dieses Thema intensivieren möchte, der kann neben den zahlreiche archöologischen Stätten des Landes auch das Museo Nacional de Antropología e Historia und das Museo Nacional de Historia in Mexico-City besuchen. 

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Meiers.Info – Kontinente, Länder und Städte entdecken.

Ca. 35000 v. Chr. betreten Einwanderer aus Asien den amerikanischen Kontinent. Ca. 22000 v. Chr. (andere Historiker gehen von ca. 10.000 v. Chr. aus) dringen erste Siedler nach Mexiko und Mittelamerika vor. Als älteste Siedlung gilt zurzeit Tlapacoya in Zentralmexiko.

Ca. 3000 – 1500 v. Chr. Erste Ansiedlungen mit Ackerbau. Ca. 1500 v. Chr. Die Stadt Tlatilco wird im Tal von Mexiko gegründet. Olmeken besiedeln den heutigen Bundesstaat Tabasco. Steinskulpturen und La-Venta Kultur. Ca. 1000 v. Chr. Erste Siedlungen im Tal von Oaxaca. 200 – 900 n. Chr. Maya-Kultur im Süden Mexikos und Nachbarländern. Im Osten Mexikos entsteht die Totonakenkultur.

Ab 1370 dringen Azteken ins Hochland ein. sie gründen u.a. die Siedlung Tenochtitlán. Azteken sind das dominante Volk im heutigen Mexiko. 1492 Christoph Kolumbus entdeckt Amerika.

1517 – 1519 Erste Konquistadoren wie Francisco Hernández de Córdoba, Juan de Grijalva und Hernán Cortés erkunden das Land. Cortés gründet die erste Stadt Puerto de la Villa Rica de la Vera Cruz. Sie stießen zunächst auf wenig Widerstand. 1521 erobern die Spanier, auch mit Unterstützung indigener Völker die Hauptstadt der Azteken Tenochtitlán. Cortés gründet hier Ciudad de México. Später werden auch die Maya auf yucatan unterworfen.

Ab 1525 beginnt die Missionierung und Inquisition. Es kommen Franziskaner, Dominikaner, Augustiner und Jesuiten ins Land. Ab 1535 Es wird das Vizekönigreich Neuspanien gegründet. Insbesondere die Silbervorkommen wecken wirtschaftliches Interesse der Spanier. 1803 Der deutsche Forscher Alexander von Humbold bereist Mexiko.

Ab 1810 Kampf gegen Spanien um die Unabhängigkeit unter Miguel Hidalgo y Costilla. Bekannte Namen auf mexikanischer Seite sind José María Morelos und Vicente Guerrero. Nach elf Jahren Kampf marschieren die mexikanischen Unabhängigkeitstruppen 1821 in Mexico-City ein. Im Vertrag von Córdoba erkennt Spanien die Unabhängigkeit Mexikos an. 1822 lässt sich Agustín de Itúrbide zum Kaiser ausrufen. Bereits 1823 stürzt ihn das Militär unter General Antonio López de Santa Anna. Bis auf die Provinz Chiapas trennen sich alle Regionen Guatemalas vom Land ab und gründen die Zentralamerikanische Föderation. 1824 wird Kaiser Agustin I. von Republikanern hingerichtet. Das Land wird Republik und Bundesstaat, Guadalupe Victoria erster Präsident. 

1829 scheitert der Versuch Spaniens, Mexiko zurückzuerobern. Es folgen Jahre mit instabilen Regierungen. Dies nutzt Texas, dass sich 1836 für unabhängig erklärt und 1845 Teil der USA wird. Es folgt der Mexikanisch-Amerikanische Krieg 1846 – 1848. Besonders bekannt ist heute noch die Schlacht von Schlacht von Chapultepec (1847), in der junge Kadetten gegen die US-Armee standen und starben. Als Folge des Krieges gehen auch andere Bundesstaaten an die USA (u.a. Kalifornien, Arizona, New Mexico und Nevada). Außerdem wurde den USA ein weiteres Gebeit verkauft.

1857 – 1861 Neue Verfassung, der liberale Benito Juárez (ein Zapotheke) gewinnt an Macht und es kommt zur Beschneidung der Kirche und zu einer Landreform. Bürgerkrieg zwischen Liberalen und Konservativen, der das Land wirtschaftlich ruiniert. Aufgrund dieser schlechten Lage, konnte Mexiko seine Verpflichtungen ans Ausland nicht mehr bedienen. Spanien, Großbritannien und Frankreich intervenieren. Die Franzosen setzen 1864 den Habsburger Maximilian I. als Kaiser von Mexiko ein.

1866 erhöhen die USA den Druck auf die Franzosen, die darauf abziehen. Der Kaiser bleibt, seine Truppen werden aber in der Schlacht von Cerro de las Campanas 1867 von Juárez und seinen republikanischen Truppen geschlagen. Maximilian I. wird gefangenen genommen und noch im gleichen Jahr hingerichtet. 1877 wird Porfirio Díaz Präsident. Er führt das Land diktatorisch, erreicht aber einen wirtschaftlichen Aufschwung und mehr Stabilität. auch die Industrialisierung schreitet voran, prunkvolle Jugendstilbauten und repräsentative Gebäude entstehen.

1910 Zweite mexikanische Revolution unter Francisco I. Madero. Aufruf zu den Waffen gegen die Regierung Díaz. Die revolutionären Truppen (im Norden unter Francisco Pancho Villa und Emiliano Zapata im Süden) kämpfen gegen die mexikanische Armee. 1911 Rücktritt von Díaz, aber sehr instabile Regierung und 1913 wird Präsident Madero, 1919 Zapata, 1920 Präsident Carranza und 1923 Villa ermordet. Im Ersten Weltkrieg bleibt Mexiko neutral.

1929 Gründung der Partido Nacional Revolucionario (PNR) später (1941) Partido Revolucionario Institutional (PRI), die bis 2001 die stärkste politische Kraft bleibt. Einzelne Armeen werden zur Mexikanischen Armee zusammengeführt und damit der Bürgerkrieg endgültig beendet. 1934 wird Lázaro Cárdenas del Río Präsident. Bis 1940 führt er eine Landreform durch, es gibt Erdölfunde und die Erdölindustrie sowie die Elektrizitätswerke werden verstaatlicht. Mexiko nimmt Flüchtlinge aus dem Spanischen Bürgerkrieg auf. Cárdenas gründet das Nationale Polytechnische Institut.

1940 wird Manuel Ávila Camacho Präsident. 1942 erklärt Mexiko Deutschland, Italien und Japan den Krieg, da zwei Tanker durch deutsche U-boote versenkt wurden. Das Land öffnet sich ausländischen Investoren, einige Landreformen werden rückgängig gemacht. Viele im Land profitieren und vermehren ihren Wohlstand, man spricht vom “Mexikanischen Wunder”. Trotzdem gibt es immer wieder Unruhen, beim Massaker von Tlatelolco 1968 werden Studentenproteste mit zahlreichen Todesopfern blutig niedergeschlagen. In Mexico-City beginnen wenige Tage später die 19. Olympischen Spiele, die dem Land viel Aufsehen in der Weltöffentlichkeit einbringen.

1976 werden weitere Erdölfelder entdeckt und erschlossen, allerdings steigt auch die Auslandverschuldung rapide. Es folgen Inflation und Rezession, dann wieder Aufschwung. Insgesamt ist die Wirtschaft sehr schwankend, ebenfalls die Politik, die auch regelmäßig Tumulte hervorruft. 1985 gibt es Erdbeben in Mexico-City mit zehntausenden Todesopfern. 1992 tritt Mexiko dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFA) zwischen den USA und Kanada bei. Dies hat einige positive Auswirkungen auf die mexikanische Wirtschaft. Es gibt allerdings auch Indianer-Aufstände (EZLN) im Bundesstaat Chiapas, die trotz Friedensverhandlungen immer wieder aufflammen.

2001 endet die Herrschaft der PRI und Vicente Fox Quesada von der konservativen Partido Acción Nacional gewinnt die Wahl zum Präsidenten. Insbesondere die Beziehungen zu Europa werden unter seiner Führung gestärkt. Sein Nachfolger wird 2008 Felipe Calderón Hinojosa, die deutsche Bundeskanzlerin besucht u.a. Mexico-City. 2010 feiert Mexiko sein Bicentenario als 200-Jährige Unabhängigkeit von Spanien, sowie 100 Jahre Revolution.

 

Europas Staaten: Griechenland

Griechenland, oder wie die Greichen sagen Elláda, ist ein Mittelmeerstaat in Südosteuropa. Die Republik wird regiert von einem Premierminister, das Staatsoberhaupt ist der Staatpräsident. Greichenland ist u.a. Mitglied in den Vereinten Nationen, EU und Nato. Das Kfz-Kennzeichen des Landes ist GR, die Internet-TLD .gr. Der höchste Berg des Landes ist im Olymp der Mytikas-Gipfel mit knapp 2.919 m. Ferien in Griechenland sind insbesondere für Badefreunde und Hobbyarchäologen interessant, auch die Folklore von Hellas ist sehenswert.

griechische flagge
Flagge von Griechenland

Nationalfeiertage sind der 25. März als 1821 die Griechische Revolution begann und der 28. Oktober, als 1940 die Griechen “Ochi” also “Nein” zu dem italienischen Ultimatum sagten. Die Nationalhymne Griechenlands heißt “Ymnos Is Tin Eliftherian”, übersetzt “Ode An Die Freiheit”. Die Währung des Staates ist der Euro.

Als Amtssprache wird Griechisch verwendet, dass mit griechischem Alfabet geschrieben wird. Daneben wird vereinzelt von den kleinen Minderheiten deren Sprache im Alltag untereinander verwendet. Minderheiten sind z.B. Türken, Mazedonier, Aromunen und Pomaken. Das Land selbst betrachtet alle Einwohner als Griechen.

Die Hauptstadt des Landes ist Athen, die imposante Stadt, die noch über zahlreiche antike Sehenswürdigkeiten verfügt. Allen voran natürlich die Akropolis mit Parthenon und Niketempel, sowie Agra mit den Tempeln von Athena und Hephaistos. Wer sich für die griechische Götterwelt interessiert, wird hier fündig und das antike Griechenland wird wieder lebendig. Bekannt ist daneben auch das Dionysostheater, sowie das Griechische Nationalmuseum. Der Wachwechsel der Wachen (Evzonen) am Grabmal des unbekannten Soldaten wird ebenfalls gerne von Touristen verfolgt.

Besucht werden auch gerne das Byzantinische Museum und das Archäologische Museum Piräus. Athen hat außerdem ein aktives Nachtleben und zahlreiche Events sowie ein lebendiges Kulturleben. Teil des Welterbes der UNESCO ist übrigens das Kloster Daphni mit seinen weltbekannten Mosaiken. Die stärkste Kirche im Land ist die griechisch-orthodoxe Kirche. Griechenland gilt als der Erfinder der Olympischen Spiele, die ersten der Neuzeit (Kallimarmaro-Stadion) fanden 1896 auch in Athen statt.

Reisen nach Griechenland sind besonders beliebt. Das Land verfügt über sonnenreiches, mediterranes Klima und eine interessante Inselwelt. Zahlreiche Hotels und Ferienanlagen befinden sich unweit der idyllischen Buchten und so mancher Sehenswürdigkeit. Das griechische Essen ist legendär und schmackhaft. Neben Gyros und Zaziki, dass mittlerweile europaweit bekannt ist, gibt es auch raffinierte Rezepte der balkan- und mediterranen Küche. Gekocht wird gerne mit Olivenöl und den typischen Kräutern der Region. Bekannt sind auch der Metaxa und der griechische Wein. Griechenland ist auch bekannt für seine Folklore und den modernen Ethno-Pop.

Besonders beliebte Reiseziele sind die Inseln Rhodos, Mykonos, Naxos und Andros in der Ägäis, Kreta im Libyschen Meer sowie Korfu, Zakynthos im Ionischen Meer. Auf dem Festland für Reisen nach Griechenland gibt es ebenfalls unzähligen lohenswerte Urlaubsorte, bekannt ist u.a. die dreifingrige Halbinsel Chalkidiki mit den Teilen Kassandra, Sithonia und Athos (der autonomen Mönchsrepublik).

Griechenland zählt zweifellos zu den attraktivsten Reiseländern der Welt. Es gibt eigentlich nichts, was es nicht in dem Mittelmeerland in Südosteuropa zu finden gibt: Inseln, Strände, Berge und viel Kultur und Geschichte.

Alle diese Qualitäten und noch vieles mehr machen Griechenland zu einem der beliebtesten Reiseziele der Deutschen für den Urlaub im Mittelmeerraum.

Im Norden grenzt Hellas, wie man das Land auch gerne nennt, an Albanien, die frühere Teilrepublik Mazedonien und Bulgarien. Im Osten grenzt es an die Türkei. Ansonsten ist der Staat gänzlich vom Mittelmeer umgeben.

Maritimes Griechenland – 3.000 Inseln und 13.700 km Küste

Damit kommt Griechenland auf eine Küstenlänge von fast 13.700 km Länge und hat damit eine unglaubliche Ressource für seine touristische Entwicklung. Diese beeindruckende Zahl macht klar, warum Griechenland für Badefreunde und engagierte Wassersportler als Urlaubsland so ideal ist.

Lange Sandstrände, versteckte Buchten und das glasklare Wasser der Ägäis oder des Ionischen Meers lassen Freude und ausgelassene Laune bei Reisenden aufkommen.

Die Wassertemperaturen sind in der Badesaison von Mai bis Oktober ausgesprochen angenehm und egal ob Sie schwimmen, tauchen, schnorcheln oder anderen Wassersport betreiben möchten – in Griechenland werden Sie sich wohl fühlen.

Die immense Küstenlänge kommt vor allem durch die riesige Anzahl von Inseln und Eilanden zustanden: Über 3.000 Inseln zählt Hellas zu seinem Staatsgebiet. Die größten unter ihnen sind Kreta, Euböa, Lesbos, Rhodos, Chios, Kefalonia und Korfu. Reisen zwischen den verschiedenen Inseln bietet insbesondere das dichte Fährennetz an.

In Relation zu seiner Gesamtfläche hat Griechenland ebenfalls eine beachtliche Nord-Süd-Ausdehnung. Der südlichste Punkt Europas gehört in diesem Zusammenhang auch zu Griechenland, denn es ist die Insel Gavdos im Libyschen Meer südlich von Kreta.

Das Klima Griechenlands ist an den Küsten und in Meeresnähe mediterran-warm. Die Sommer sind sonnenreich und Niederschläge fallen eher im Winter. Im Landesinnern und in den Bergen trägt es kontinentale Züge und im Winter kann es hier sogar schneien. Was viele nicht wissen: In Griechenland gibt es immerhin über 20 Wintersportgebiete (wie etwa die Gebiete 3-5 Pigadia, Chryso Elafi und Seli am Berg Vermio in Makedonien).

Das Land hält noch viele weitere Überraschungen bereit. So gilt es mit fast 80 % Gebirgsanteil insgesamt eher als Gebirgsland. Schmale Täler winden sich durch die imposanten Gebirgsketten der Rhodopen, des Pindos, des Taygetos und des Psiloritis-Gebirges (auf Kreta).

Die höchste Spitze von Hellas befindet sich auf Mytikas (2.918 m) im Olymp. Hier hatten nach der klassischen Griechischen Mythologie die alten Götter ihren Sitz und von hier aus schickte Zeus, der Göttervater seine Blitze auf die Erde, wenn er eingreifen musste.

Auf den Spuren der Griechischen Mythologie

Tipp: Wer Griechenland bereist, der sollte im übrigen einmal einen Blick in die verschiedenen Erzählungen der alten Hellenen werfen. Die vielen spannenden Geschichten von Odysseus, Herkules (auch Herakles) und Perseus sind nicht nur spannend, sondern erschließen einem auch einen Einblick in die Kultur des heutigen Griechenlands.

Griechenland wirkt heute an vielen Stellen karg und felsig. In der Antike war es jedoch noch wesentlich grüner und stellenweise fast vollständig bewaldet. Die dichten Wälder fielen jedoch im Laufe der Jahrhunderte dem Schiffbau oder der Rodung für Ackerbau zum Opfer. Heute findet man hauptsächlich Hartlaubgewächse wie Lorbeer, Johannisbrotbaum und Erica, sowie Zypressen, Pinien, Olivenbäume, Obstbäume, Palmen und Aleppokiefern. In den höheren Lagen findet man außerdem Kastanien, Kiefern, Fichten, Tannen und Eichen, also eher an Mitteleuropa erinnernde Bäume. Die Griechische Tanne ist eine der endemischen Baumarten des Landes.

Aber es gibt auch heute noch sehr grüne Inseln und Regionen in Griechenland, wie Kefalonia, Korfu, Lesbos, Naxos, Samos, Thassos und Zakynthos. Auch auf dem Festland gibt es grüne Zonen wie etwa Chalkidiki, in Pilion oder dem Nordwesten des Landes. Aufgrund der Trockenheit im Sommer besteht allerdings Waldbrandgefahr, dies sollte man auch als Urlauber unbedingt beachten und kein Feuer provozieren.

Die Artenvielfalt ist in Griechenland ausgesprochen hoch, ebenfalls ein Ergebnis der zahlreichen Inseln und teilweise schwer zugänglichen Bereiche. Man findet allerhand Tiere wie seltene Wildziegen, Geckos, Meeresschildkröten und seltene Schmetterlinge (Tal der Schmetterlinge auf Rhodos!). Im Gebirge leben sogar noch Wölfe, Bären, Wildschweine und Füchse. In den vielen Lagunen und Feuchtgebieten leben zahlreiche seltene Vogelarten, die Griechenland auch zu einem beliebten Reiseziel für Vogelkundler machen.

Die Bevölkerung des Landes besteht zu ca. 97 % aus Griechen, es gibt nur kleine Minderheiten unter anderem von Türken, Bulgaren, Mazedonier, Albaner und Armenier. Die Amtssprache ist Griechisch (Neugriechisch), allerdings sprechen gerade in den touristischen Gebieten die Einheimischen oft mehrere Fremdsprachen insbesondere Englisch und Deutsch. Die gastfreundlichen Griechen werden sich im übrigen immer Mühe geben, den Touristen zu verstehen, selbst wenn man sich mit Mimik und Gestik verständigt.

Die Wurzeln der Olympischen Spiele

Natürlich freut man sich, wenn auch der Urlauber mit einem Kali mera (Guten Tag), Kali spera (Guten Abend) oder einen informellen Jassu (Hallo, Tschüß) grüßt. Prosten Sie beim Ouzo mit “Jamas” zu, aber Vorsicht: Bekanntlich heißt “Nä” nicht “Nein”, sondern “Ja”. Wenn Sie dann doch einmal “Nein” sagen müssen, dann sagen Sie “ochi”.

Die Griechisch-Orthodoxe-Kirche ist gesetzlich als Staatsreligion verankert und hat einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Religiöse Minderheiten sind unter anderem Katholiken, Protestanten und Moslems.

Die Geschichte Griechenlands geht weit zurück in die Antike, wo es hier bereits einen hohen Zivilisationsgrad gab. Dieser äußerte sich in einer intensiven Literatur, Kunst, Wissenschaft, Philosophie und Städtebildung. Die Stadtstaaten Athen, Sparta und Argos kämpften dabei lange miteinander um die Vormachtstellung.

Auch im sportlichen Bereich setzt die alten Griechen bereits Maßstäbe und die Olympischen Spiele haben ihre Wurzeln im antiken Hellas. Aus diesem Grund darf bei den modernen Olympischen Spielen beim Einmarsch der Nationen im Rahmen der Eröffnungsfeier die griechische Mannschaft als erste Mannschaft einlaufen. Auch die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit fanden 1896 in Athen statt. Im Jahre 2004 durfte Athen diese dann erneut austragen.

Generell sind die Griechinnen und Griechen sehr sportbegeistert. In der Super League Ellada kämpfen jede Saison die Top-Fußballmannschaften um den Meistertitel. Rekordmeister ist Olympiakos Piräus mit weitem Abstand vor Panathinaikos Athen und AEK Athen. Die Nationalmannschaft konnte bereits bei mehreren Weltmeisterschaften teilnehmen und 2004 unter dem deutschen Trainer Otto Rehagel Europameister werden. Daneben ist Griechenland unter anderem noch im Basketball und Wasserball erfolgreich.

Exportiert werden nicht nur Wein, Feta und Oliven

Noch heute nutzen wir daher jeden Tag verschiedene Begriffe, die ihre Wurzeln im alten Griechenland (sogenannte Gräzismen) haben.

Beispiele hierfür sind Alphabet, Architektur, Astronomie, Demokratie, Fotografie, Lyrik, Musik, Philosophie, Strategie, Technik und Zoo. Beeindruckend, wie nachhaltig die alten Griechen die Gegenwart prägen. Wer kennt nicht die berühmten Namen wie Aristoteles, Pythagoras und Sokrates? Kein Wunder, dass die Griechen bis heute auf ihre Kultur und Sprache ausgesprochen stolz sind.

Später geriet Griechenland unter römische Herrschaft, beeinflusste die römische Kultur jedoch deutlich. Bei der Reichsteilung dominierte es später Byzanz und Konstantinopel. Es folgten Kreuzfahrer, Venezianer und insbesondere die Osmanen, die das Land mit Ausnahme der Ionischen Inseln (diese gehörten zu Venedig) über Jahrhunderte beherrschten.

Erst 1830 wurde Griechenland wieder unabhängig und später schlossen sich die Ionischen Inseln, Kreta und später Rhodos und der Dodekanes. Vorangegangen war der Griechische Unabhängigkeitskrieg ab dem 25. März 1821, der heute jedes Jahr als Nationalfeiertag gefeiert wird. Heute ist Griechenland eine parlamentarische Demokratie und Mitglied der Europäischen Union (EU), des Europarats, der OECD und der Nato und damit stark in Europa integriert. Im Jahre 2001 wurde die Griechische Drachme durch den Euro als Währung abgelöst.

Griechenland wird nach dem Human Development Index als sehr hoch entwickeltes Land eingeordnet. Bekanntlich ist das Leben im mediterranem Raum und insbesondere in Griechenland gesund. Ob es nun an der Mittelmeerkost liegt oder am Klima: Die Lebenserwartung der Griechen zählt zu den höchsten der Welt.

Die griechische Wirtschaft ist geprägt durch zahlreiche klein- und mittelständische Unternehmen. Die Industrie produziert Textilien, Nahrungsmittel, Maschinen sowie Telekommunikationsprodukte. Auch die Landwirtschaft spielt immer noch eine große Rolle, insbesondere werden Wein, Oliven, Trauben, Tabak, Schafs- und Ziegenkäse (Feta), Ouzo sowie andere griechische Spezialitäten exportiert. Angebaut werden auch Zitrusfrüchte, Avocados, Grapefruits und Spargel. Aufgrund der maritimen Lage ist auch der Fischfang bis heute wichtig. Griechenland besitzt außerdem eine der größten Handelsflotten der Welt. Wichtige Handelspartner sind unter anderem die Türkei, Deutschland und Italien.

Tourismus als wichtiges Standbein Griechenlands

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Standbeine der griechischen Wirtschaft. Ungefähr 25 Mio. Urlauber besuchen das Land jährlich. Dabei profitiert das Land von seinen langen Stränden, dem traditionell hohem Standard bei Hotels, den vielen Sehenswürdigkeiten und der landschaftlichen Schönheit. Die meisten Urlauber kommen übrigens aus Deutschland, gefolgt von Großbritannien.

Auch die griechische Küche, die im Land natürlich authentischer zu erleben ist, als bei den vielen griechischen Tavernen und Restaurants im Ausland ist eine Attraktion.

Die vielen Vorspeisen (Orektika und Mezedes) wie Tsatsiki, Bauernsalat, gefüllte Weinblätter (Dolmadakia), Gigantes (dicke Bohnen) und in Olivenöl gebratenes Gemüse sind weltweit bekannt. Mousakas (Auflauf), Bifteki (Frikadellen), Souvlaki (Fleischspieße) und Gyros (im Pita-Brot) sind die populärsten Klassiker der griechischen Küche. Beilage hierzu sind meist Pommes frites, Reis, Kartoffeln oder Krithariki-Nudeln. Als Nationalgericht gilt allerdings Fasolada, eine Bohnensuppe.

Generell wird auch viele Gerichte aus Lamm angeboten. Charakteristisch ist auch die Verwendung von Knoblauch, Thymian und anderen mediterranen Gewürzen. Die sehr süßen Desserts kennt man als Baklava oder Loukoumades. Der Griechische Wein (u.a. Retsina), Metaxa und Ouzo sind bei den alkoholischen Getränken zu erwähnen, ebenso gibt es einheimisches Bier (zum Beispiel Mythos-Bier). Im alkoholfreien Bereich trinkt man hier, wie überall Mineralwasser, Fruchtsäfte, Limonaden und vereinzelt Schorlen.

Je nachdem in welcher Region Griechenlands Sie sich befinden, werden Sie auch sehr unterschiedliche lokale Traditionen, Trachten und Lieder vorfinden. Von den griechischen Tänzen ist der Sirtaki international der Bekannteste.

Sehenswürdigkeiten – von der Akropolis bis zur Altstadt von Korfu

Beliebteste Sehenswürdigkeiten sind sicherlich die archäologischen Stätten. Athen, die griechische Hauptstadt in der Region Attika nimmt diesbezüglich eine besondere Stellung ein. Die Stadt, deren Schutzgöttin Athene (die Göttin der Weisheit und Kunst) als Namenspatin stand, verfügt über zahlreiche Attraktionen. Die antike Stadtfestung Akropolis (Welterbe UNESCO) überragt die Stadt und wird von nahezu jedem Reisenden in Athen besucht. An deren Fuße liegt der älteste Stadtteil (Plaka) mit historischen Gebäuden und Grundmauern. Hier befindet sich auch der Turm der Winde und das Lysikratesmonument.

Im Akropolismuseum kann man zahlreiche Fundstücke und Statuen besichtigen und eine Zeitreise unternehmen.

Sehenswert ist auch das Odeon des Herodes Atticus, ein antikes Theater mit bis zu 5.000 Plätzen. Das Olympieion war einst einer der größten Tempel Griechenlands. Als besterhaltener griechischer Tempel gilt das Hephaisteion, eine dem Gott der Schmiedekunst gewidmeten Anlage im Zentrum der Stadt.

Das Hadrianstor ist ein bekanntes Stadttor und ebenfalls einen Besuch wert. Auf den Grundmauern eines antiken Tempels wurde die Kapnikarea-Kirche, eine byzantinische Kirche errichtet.

Am Syntagma-Platz befindet sich das Parlamentsgebäude, Nationalgarten und der bekannte Wachwechsel der Evzonen (am Grabmal des unbekannten Soldaten). Unbedingt besuchen sollte man auch das Archäologische Nationalmuseum, das Byzantinische Museum und das Museum für kykladische Kunst. Kunstfreunde sollten die Nationalgalerie besuchen.

Bekannte Events und Veranstaltungen in Athen ist das Athener Festival und die Athen Biennale. Kulturinteressierte sollten auch eine Vorstellung im Nationaltheater besuchen. In der Nähe von Athen befindet sich das Kloster Daphni aus dem 11. Jahrhundert, dass für seine byzantinischen Mosaike bekannt ist. Es ist seit 1990 Welterbe der UNESCO.

Es bietet sich außerdem ein Ausflug zum orthodoxen Kloster Kesariani auf dem Berg Hymettos an (unter anderem mit alten Fresken).

Aber nicht nur Athen hat Sehenswürdigkeiten zu bieten. Sollten Sie ihren Urlaub in Griechenland verbringen, werden Sie garantiert nie weit von einer archäologischen Stätte oder einer Naturschönheit sein.

Ganz Griechenland zählt zum Beispiel zahlreiche Welterbestätten der UNESCO, wie der Apollontempel bei Bassae (Peloponnes), das Orakel von Delphi, der Berg Athos (mit den Klöstern der Mönchsrepublik Athos), die 24 Meteora-Klöster in Thessalien, die frühchristlichen und byzantinischen Bauten in Thessaloniki, das antike Epidauros (mit Theater, Tempel und Gymnasion), die mittelalterliche Stadt von Rhodos, die Ruinen von Olympia mit dem antiken Stadion der Olympischen Spiele und Tempeln für Zeus und Hera, die Ruinenstadt Mystras (nordwestlich von Sparta), das Apollonheiligtum auf der Insel Delos im Zentrum der Kykladen, die Altstadt von Korfu, die Archäologischen Stätten von Mykene, Tyrins, Verginia und Philippi, die Insel Samos (mit Heraion und Pythagoreion) sowie die Klöster Daphni, Hosios Lukas und Nea Moni.

Auch auf den einzelnen Inseln gibt es lokale Sehenswürdigkeiten und Reliquien aus der Vergangenheit, sei es aus der Antike oder dem Mittelalter.

Somit ist Griechenland nicht nur ein Badeparadies für Wasserfreunde und landschaftlich ausgesprochen reizvoll, sondern auch ein attraktives Urlaubsland für Kultur- und Geschichtsinteressierte.

Griechische Inseln

Mit über 3.000 Inseln machen die griechischen Inseln über 80 % aller Inseln des Mittelmeers. Dies erklärt warum das mediterrane Land in Südosteuropa eine unglaublich lange Küste von ca. 13.700 km aufweist. Zum Vergleich: Obwohl Deutschland deutlich größer als Griechenland ist, kommt es gerade einmal auf eine Küstenlänge von 2.400 km.

Bei diesen Zahlen wird einem klar, warum ein Urlaub auf den griechischen Inseln einen so nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Lange Strände, einsame Buchten und viel Kultur erwarten den Reisenden zwischen Ägäis und Ionischem Meer.

Die zehn größten griechischen Inseln sind Kreta, Euböa, Lesbos, Rhodos, Chios, Kefalonia, Korfu, Samos, Limnos und Zakynthos. Jede griechische Insel, insbesondere die großen haben alle ihren eigenen Charakter. Die eine ist etwas grüner, die andere karg. Die eine hat viele archäologische Stätten zu bieten, die andere eher Naturschönheiten.

Schöne Strände und glasklares Wasser gibt es auf fast allen Inseln. So ist es kein Zufall, dass Urlauber besonders gerne auf den Inseln Griechenlands Urlaub machen, auch wenn das Festland ebenfalls hervorragende Baderegionen vorweisen kann.

Dabei liegen zwischen den einzelnen Inseln und Inselgruppen erstaunliche Distanzen. Zwischen der nördlichsten Insel Griechenlands, Agios Nikolaos und der südlichsten Insel, Gavdos liegen immerhin fast 700 km Luftlinie. Von der westlichsten Insel Othoni bis zur östlichsten Insel Strongyli sind es sogar fast 1.000 km.


Inselwelt zwischen Ionischem Meer und Ägäis

Die Verbindungen zwischen den Inseln werden meistens per Fähre überwunden. Manche Inseln liegen auch sehr nah zusammen und bieten sich für Ausflüge oder sogar Inselkombinationen an.

Verwaltungstechnisch gibt es im Griechenland immerhin vier Regionen, die komplett nur aus Inseln bestehen: Kreta, die Ionischen Inseln, die Nördliche Ägäis und die Südliche Ägäis.

Bei allem Zauber und allen Vorteilen für den Tourismus, die virtuose Tier- und Pflanzenwelt und ausgedehnte Segeltörns hat diese landschaftliche Gegebenheit auch Auswirkungen auf die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Griechenland. Die Griechen waren schon im Altertum gezwungen mit Schiffen zu reisen und entwickelten sich zu einer Seefahrernation. Bis heute zählt Griechenland eine der größten Handelsflotten weltweit.

Die hohe Anzahl der griechischen Inseln macht eine Gruppierung notwendig. Betrachtet man Griechenland auf der Karte, so fällt einem als erstes vermutlich die Ägäis ins Auge. Die nördliche Ägäis wird gebildet von Inseln wie Limnos, Samothraki und Thassos. Samothraki ist bekannt als beliebte Insel der Hippies, Thassos gilt als ausgesprochen grün und ist für Naturfreunde interessant.

Nördlich von Euböa befinden sich die nördlichen Sporaden. Von diesen ist Skyros die größte und bekannteste Insel. Hier sollte man den terrassenförmig angelegten gleichnamigen Ort (auch als Chora bezeichnet) besuchen. Er gilt als eines der schönsten Dörfer Griechenlands und hat eine kleine Burgfestung auf seinem steilen Felsen.

Von den Ostägäischen Inseln ist Lesbos die Bekannteste. Die Insel ist bekannt für ihre vulkanischen Lavadome und Calderen. Dichte Wälder findet man im Osten der Insel und bei Polichnitos findet man heiße Quellen. Auch schöne Strände gibt es auf Lesbos.

Ebenso eine schöne Urlaubsinsel ist Chios, hier sollte man das Kloster Nea Moni und die Tropfsteinhöhle Sykias aufsuchen. Beeindruckend sind die hauptsächlich während der Zeit der genuesischen Besetzung errichteten Wachtürme von Chios. Auch für Taucher ist Chios wegen seiner Unterwasserlandschaften und Korallen interessant. Die Insel ist auch bekannt für den Wein- und Olivenanbau.


Von den Sporaden zu den Kykladen

Schöne Strände hat die Insel Inousses, die daher gerne von Badeurlaubern besucht wird. Im gleichnamigen Hauptort sollte man das Nautische Museum besuchen.

Von den südlichen Sporaden sind Ikaria und Samos recht bekannt. Agios Kirykos ist der Hauptort von Ikaria, ganz in der Nähe findet man bei Therma ausgeprochen heiße Quellen. In der Bucht Nas findet man noch die Überreste eine Artemis-Tempels. Samos ist außerdem bekannt für seine grüne und abwechslungsreiche Landschaft.

Sehr populär bei Urlaubern ist die Inselgruppe der weit verstreuten Kykladen. Naxos, Andros, Mykonos, Paros, Santorin und Serifos sind wohlklingende Namen bei Freunden der Ägäis. Naxos ist die größte Insel der Kykladen und hat einige hübsche byzantinische Kirchen zu bieten. Ebenso hat der Hauptort (Naxos) eine interessante venezianische Burganlage als Sehenswürdigkeit.

Andros gilt als Künstlerkolonie, hier ist auch der Tourlitis-Leuchtturm interessant. Mykonos ist nicht nur eine Partyhochburg, sondern hier gibt es auch fünf bekannte Windmühlen (Kato Mili). Paros ist weithin bekannt für seine vielen Klöster. Ebenso gibt es auf Serifos ein bekanntes Kloster und einige sehenswerte Kirchen. Santorin ist als Reiseziel nicht nur beliebt wegen seiner weißen Häuser vor dem blauem Meer, sondern auch für seine geflutete Caldera (einige vermuten hier sogar das sagenhafte Atlantis), einige Ausgrabungsstätten, das Archäologische Museum und das Internationale Musik Festival.

Daneben gibt es noch die Argosaronischen Inseln.  Salamis ist eine der bekannteren und wird gerne von den Athenern als Ausflugsziel genutzt. Man findet hier das Euripides-Theater und das bekannte Kloster Faneromeni.

Die wichtigste Insel des Dodekanes vor der türkischen Küste ist Rhodos. Erst seit 1946 gehört diese Inselgruppe wieder zu Griechenland, vorher war sie von den Italienern besetzt. Hier stand im Altertum der Koloß von Rhodos, eines der sieben Weltwunder. Heute stehen hier an der Hafeneinfahrt Elafos und Elafina, Statuen von einem Hirsch und einer Hirschkuh. In Rhodos-Stadt ist die Altstadt mit dem Großmeisterpalast besonders sehenswert und zählt zum Welterbe der UNESCO. Im Nordwesten der Insel werden Tierfreunde sicherlich gerne das Tal der Schmetterlinge besuchen, wo man seltene Exemplare findet. Im Osten sollte man Lindos mit der viel besuchten Akropolis anschauen.


Kreta, die größte Insel Griechenlands

Die größte Insel Griechenlands ist Kreta. Hier findet man in seinem Urlaub nicht nur schöne Strände und hervorragende Bademöglichkeiten, sondern auch Wandermöglichkeiten und eine eigene Kultur und Folklore vor. Bekannte historische Stätten sind unter anderem Agia Triada (der Sommerpalast von Phaistos), Malia, Festós, Aptera, Kato Zakros, Knossos (minoischer Palast), die dorische Siedlung Lato, Phoinix und Frangokastello (eine typisch venezianische Burg).

Bekannte Strände auf Kreta sind Balos, Elafonisi, Kokkini Ammos und der Palmenstrand von Preveli. Die zahlreichen Schluchten wie die Imbrosschlucht und die Samariaschlucht sind charakteristisch für die gebirgige Insel und beeindruckend. In der Hauptstadt Iraklio kann man einen venezianische Hafen mit der Festung Koules und die Agios-Titos-Kirche entdecken. Auch das Archäologische Museum ist hier eine Visite wert.

Die Ionischen Inseln sind ebenfalls bei Kennern sehr beliebt als Urlaubsziel. Korfu liegt kurz vor der albanischen Küste und wird auch gerne die Grüne Insel genannt. Sehenswert sind hier insbesondere die Altstadt von Korfu, die Klosterinsel Vlacherna, die Burgruine Angelokastro, der schöne Strand von Glyfada, die Sandsteinklippen bei Sidari und der Palast Achilleion, den einst Kaiserin Sisi erbauen lies.

Ebenso bekannte Inseln sind Kefalonia (herrlicher Strand bei Myrtos, Tropfsteinhöhlen von Melissani), Ithaka (grüne Insel mit vielen Buchten und legendäre Heimatinsel des Odysseus) und Zakynthos (Navagio-Strand mit landschaftlich reizvoller Bucht, die Zitadelle und die Blauen Grotten beim Kap Skinari).

Griechenlands Inseln sind aufgrund ihrer Vielseitigkeit das ideale Urlaubsziel. Hier findet man einsame Buchten, lange Sandstrände, archäologische Stätten und zahlreiche Sehenswürdigkeiten!