Polarlichter in Norwegen

Polarlichter (Aurora borelais) entstehen durch elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds (hauptsächlich Elektronen), die in die Erdatmosphäre eintreten. Sie werden auf der Erde als Leuchterscheinungen am Himmel wahrgenommen. In der Erdatmosphäre werden die vorhandenen Luftmoleküle zum Leuchten angeregt.

polarlicht im norden norwegens
Polarlicht in Nordnorwegen

Die Polarlichter treten hauptsächlich in der Polarregion auf, weil das Magnetfeld der Erde die Sonnenwindteilchen zu den Polen lenkt. An den Polen verläuft das Magnetfeld senkrecht zur Erdoberfläche, so dass die Teilchen in die Atmosphäre eintreten.

Polarlichter kommen auf der Nordhalbkugel (Nordlicht: Aurora borealis) als auch auf der Südhalbkugel (Südlicht: Aurora australis) vor. Die Polarlichter sind unabhängig vom Wetter. Sie treten in Höhen ab 60 km in der Troposphäre auf, weit oberhalb von der Schicht in der das Wetter stattfindet (bis etwa 15 km)

Häufigkeit und Vorkommen von Polarlichtern

Je stärker die Sonnenaktivität umso stärker sind auch die Sonnenwinde. Dies wiederum hat zur Folge, dass Polarlichter häufiger und heller auftreten. Beim Aktivitätsmaximus ist sogar in gemäßigten Breiten die Wahrscheinlichkeit hoch ein Polarlicht zu sehen. In Deutschland können pro Jahr durchschnittlich ca. 10 – 15 Leuchterscheinungen gesichtet werden, meist nur am Nordhimmel.

Der Sonnenwind benötigt zwischen 2 und 4 Tagen bis zur Erde. Daher können Polarlichter kurzfristig vorhergesagt werden. Am häufigsten findet man sie im Zeitraum Ende Oktober – Mitte Dezember und Ende Februar – Anfang April, da in dieser Zeit das Magnetfeld von Erde und Sonne parallel steht.

Am Polarkreis können sie jedoch das ganze Jahr über auftreten. Polarlichter können grün (angeregte Sauerstoffatome in gut 100 km Höhe), rot (angeregte Sauerstoffatome in etwa 200 km Höhe) oder violett (angeregte Stickstoffatmome) sein.

Geschichte der Polarlichter

In der Antike wurde den Polarlichtern von den Völkern Nordamerikas, Europas und Asiens etwas göttliches angedichtet. Man vermutete, dass bei ihrem Auftreten überirdische Kämpfe oder Tänze stattfanden. Im Mittelalter wurden die Polarlichter in Europa, genauso wie Kometen als Vorboten des Unheils gedeutet (z.B. Kriege, Seuchen).

Die Wikinger hatten eine eigene Deutung. Für sie waren die Polarlichter Spiegelungen auf der Rüstung der Walküren, die nach jeder Schlacht die Krieger auswählten, die fortan an Odins Tafel in Walhalla sitzen durften.